Wenn Auf und Davon Freiheit und Deborah ein Käfig bedeuten, ist der Raum dazwischen genauso verlassen wie die Pause zwischen den Wörtern Gehen und Lassen.

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Er wird gehen, das ist für mich nur zu schwer zu verstehen; und ich bleib hier, ich versuch es mit mir.
Ich muss weich bleiben, leicht bleiben, leise sein, mich aufschreiben. Sonst kann ich denen immer alles erklären, aber dieser Satz fällt viel zu schwer, er klingt ohne das „Du“ so leer. Wir sollten nicht leer sein. Ich will mit dir voll sein, ganz sein, Mathias hat das auch schon mal gesagt, ich schätze ohne dich ist’s nur mit Zigaretten zu ertragen. Wenn diese Gitarre nichts als die Wahrheit spielt, muss ich ihn fragen, wie lang er sich hier noch sieht. Ich bin von den Tränen geblendet, ich weiß nicht, wann sich das Blatt wendet, weiß nicht, wann er seinen Kopf dreht, ich weiß nicht, wie es weitergeht, ich weiß ohne dich einfach nichts. Du sagst, ich sei stark, ich sage, ich weiß nicht, was das ist, weil es in meinem Kopf eine Spirale gibt. Das hört sich eigentlich an wie Auf und Davon, dabei fühl ich hier nur Deborah. Ich frage mich ob’s sowas wie ne gemeinsame Depression gibt, oder wie sich das nennt, wenn man sich ansieht und nur noch schweigt, weil ich außer ihr keine andere Depression kenn. Ich schreibe solange weiter, bis ich müde bin, weil es zu dieser Geschichte noch kein Ende gibt. Das finale Wort des Kapitels lautet Identität.

Das Licht ist schon aus, als ich mich zu ihm lege, seinen Text darüber gelesen, dieses Scheiß-Identitäts-Problem, vielleicht können wir zusammen Kunst ergeben. Künstler sind doch immer so verzweifelt und verwegen. Erst im Kontext ergibt ihr Schaffen Sinn, erst mit einem Vergleichswerk wissen sie, wer sie sind. Oder zumindest, wie man sie sieht. Ich frage mich immer, ob er mich überhaupt liest, weil ich ihn jeden Tag studiere, damit ich ihn irgendwann richtig interpretiere.
Ich will mich zusammenfalten und einpacken und mich um dich wickeln, das ist alles irgendwie so flexibel und biegsam, wir sind grad Wasser gemeinsam; ertrinken fast an unseren Tränen, er muss sich auseinandernehmen, während ich mich zusammenhalte, ich biete ihm meine Schulter an, weil ich mich ihm nicht mehr ergeben kann.
Am Ende kann ich ihn nur noch zeichnen, ihn schreiben, (mich im Kreis drehen, entkleiden, verzweifeln), festhalten an der schwarz-weißen Gemeinsamkeit, ja nicht versinken in der Einsamkeit, mich endlich ertränken im Schreiben, der graue Rest bleibt dann Freiheit.


Maxi

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kein Fels in der

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Wir sitzen jetzt hier; er am Schreibtisch, ich am Schreiben, wieso kann es nicht nur kurz wieder so wie früher sein? Er sitzt da viel zu oft weinend, und ich schreibe nur noch im Zweifel, bin ständig am Verzweifeln. Haben schon Seife, freu mich auf die nächste Flasche Wein, es scheint doch alles okay zu sein. Aber glaub mir, das sieht nur noch von außen so aus, hier ist doch alles aufgeräumt, alle hunderttausend Sachen verstaut, hier ist’s auch nicht mehr so laut, wenn ich Ruhe brauch, starre ich aus dem Fenster raus, da steht dieser alte gelb-grüne Baum. Trotzdem sehnt sich jemand in mir nach Zigarettenrauch, aber auch das Fensterbrett unter meinem Hintern trägt mich hier nicht raus. Meine Gedanken sind doch so schwer zu kontrollieren, ihre scheiß kaputte Niere; die sind doch schon leise am Verschwinden, wieso muss das jetzt passieren; früher sagten sie mir, dass seien nur Wolken, ich muss nur warten, bis sie weiterziehen. Aber hier geht’s doch nur noch um das Wann und um’s Verlieren. Ich bin mit diesem Trip viel zu hoch gekommen, wann kommt die schmerzhafte Landung? Wenn ich für ihn da sein will, er in meinen Armen, krieg ich das hin, doch irgendwie bin ich für ihn kein Fels in der; das war er selbst für mich schon viel zu lang, was bin ich denn dann … und verdammt, wo ist unsere Brandung verloren gegangen?


Maxi

Wer ich bin

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Verloren gegangen bin ich schon; auf dem Weg da raus, hab ich wen gefunden, aber irgendwie sind da noch alte Wunden. Ich hab das noch nicht ganz verstanden, mit dem alleine schlafen und alleine etwas schaffen, ohne Narben, ohne Panik zu haben, ohne innerlich zu versagen. Jedes Mal wenn ich den Stift zum Text ansetze fühl ich mich gehetzt und in meinem Kopf: „Das wird wieder nicht perfekt. Du wirst niemals perfekt.“ Das glaub ich dann auch, außer er hebt mich wieder vom Boden auf, wischt und küsst meine Tränen weg, da hab ich wieder aufgegeben und mich in seinem Nacken versteckt. Aber das ist dann nicht alles: (Kann das so meinen Kopf verlassen?) … denn ich kann mich nur lieben lassen um mich nicht selbst wieder zu hassen. Da hast du’s.
M., es tut mir leid, aber dieser Text ist nicht für dich, fühl dich hier nicht erwähnt, er ist zu unperfekt.
Verdammt, ich verkrieche mich in ihm, hab mich verliebt und schon war ich dahin. Ich geb mir nen Namen, ne Studierenden-card, fucking instagram, dabei weiß ich selber nicht mal, wer ich bin. Wie kann man etwas verkaufen, das man nicht kennt?

Heute hab ich jemanden kennengelernt, der schreit und verzieht sein Gesicht, wenn man ihn was Persönliches fragt, der hat auch Narben auf seinem Arm. Manchmal hat er die Menschen satt, dann redet er mit keinem, Tage lang, wie macht der das? So jemanden hab ich schon mal gekannt.
Schatz, das macht mich nicht satt, ich mach mir so Angst, ich brauch alles oder nichts, niemanden oder dich, aber nicht mich. Das hier läuft schief, Schritt für Schritt. Am besten ich mach hier nen Schnitt? Fragezeichen dahinter, für die kleine Unterscheidung zwischen entschieden und unentschlossen.
Langsam komm ich hinter meinem Text hervorgekrochen.

Du fragst mich, ob ich Wünsche hab? Ich träume davon Künstlerin zu sein, endlich eine 6c, mehr Tinte unter der Haut, mehr Muskeln in den Armen, ein bisschen männlicher … bitte ein wenig ehrlicher.
Ob ich Wünsche hab?
Wenn wir ehrlich sind, weiß niemand, wie das genau geht, denn da wird ihre Stimme immer dünn, meine Damen und Herren, mein Wunsch ist: zu wissen, wer ich bin.


Maxi

Wer wir sind

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Es donnert draußen, es geht der Wind und es kratzt und beißt unter meiner Haut. Wahrscheinlich willst du das auch nicht hören, aber mit der Musik kann man nur die immer-gute-Laune stören. Ja, ich weiß, das alles wird hier ein bisschen zu heiß. Ich vergaß wie es sich anhört, wenn der Wind nicht um uns weht.
Wir stehen so nah an der Kante, auch wenn du da was and’res siehst. Ich geb’ mich ja erst zufrieden, wenn du davor kniest. Wenn ich vor dir wein’, will ich nur dass das funktioniert, dass du mit mir einen Schritt weiter gehst.
In deinem Gesicht sind zu viele Gefühle vermischt, mist, die Schminke verwischt. Langsam zeigen wir wer wir wirklich sind. Dass wir tagelang nicht abspülen und der Abfall stinkt. Ich frage mich, wer als Erstes zugibt, dass er oder sie lediglich ein Spiel spielt. Denn es ist doch eigentlich so einfach zu sagen „ich liebe dich“. Aber was bleibt davon übrig, wenn die Wohnung dreckig und das Haar ungekämmt ist?

Da grollt der Donner vor meinem Fenster, während wir die Wohnung vermessen, abends im Bett kein Auge zu, aber alle Sorgen schnell vergessen, irgendwann wird alles gut. Nur noch schnell zum Supermarkt gehen, nur schnell das für die Uni erledigen, niemals kurz hinlegen, nur setzen um was zu essen. Hab noch was vergessen … denn gleich daneben sitzt du, und du schaust mir zu. Ich klebe verzweifelt ein Wundpflaster darauf, hoffe das fällt nicht auf. Bevor man nachdenken kann, nehmen die Dinge ihren Lauf. Im Dunkeln kann ich trotzdem sehen wie du auf dem Balkon wieder einen rauchst. Ich sehe die Wolken doch auch. Sieht irgendwie bedrohlich aus. Wenn ich heute Abend unter die Bettdecke krieche, kann ich dich dann noch riechen? Oder kann das so schnell verfliegen?
Wenn ich dich wegschiebe, will ich eigentlich nur, dass du näher kommst.
In was haben wir uns da verrannt, vor dem Gewitter, Hand in Hand.
Wenn es heut Nacht wieder so stürmt, wenn du mich anschreien musst, weil ich so verdammt leise bin; Wenn ich dich im Lärm nicht wiederfinde, wenn wir die falschen Zeilen singen, zur gleichen Zeit;
M., wenn es zumindest nicht so bleibt, wie es jetzt ist, (glaubst du nicht, dass es besser wird), vielleicht finden wir dann heraus, wer wir sind.


Maxi

Zu Deborah Komma ich liebe dich Punkt

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Es sind schon irgendwie Worte, die dich beschreiben, aber die können das nicht mehr richtig zeigen. Immer wieder verschreibe ich mich, das ist hier nicht der richtige Stift, scheiß auf diesen Buchstaben, der es doch nicht richtig trifft, geh in’s Internet und gib einfach „Depression“ ein, zieh dir „XOXO“ rein, dann weißt du vielleicht was ich mein. Ja, bin immer zu mir so gemein. Aber so war’s ja nicht gemeint.
Wieso muss jeder Text den ich schreib’ schlechter als der letzte sein? Babe, das ist die artist-crisis, soweit ich das beurteil’n kann. Das hat doch Casper schon viel schöner gesagt, aber so viel hör ich mir davon nicht mehr an. Weil das schlecht für meine mentale Gesundheit ist, man.
Ich würd so gern allen sagen, die nie gefragt haben, wie es sich angefühlt hat, sie zu ertragen und wie man dann damit aufhören kann. Wiegesagt, obwohl wirklich keiner danach gefragt hat.
Ich hätte halt gern, dass Chester Bennington nicht das Gesicht einer stummen Masse ist, die schreit: Das alles endet eh mit dem Tod. Ich möchte halt irgendwie, dass das nicht nur schwarz ist, sondern lilablassblau und dunkelrot. Und bald kommt gelb und grün und blau dazu.
Ich will doch nur sagen: es gibt da eine andere Lösung. Keine Erlösung nur Entscheidung, mit der man langsam den Berg erklimmen kann. ich bin kein recovery-motivation-shit-account auf Instagram. Nur eine Lebende, die sagt: schnapp dir deine Liebste, deinen Liebsten an der Hand und dann schafft ihr das zusammen. Mit ganz viel Tränen und Schweiß bin ich auch dran vorbeigeschrammt.
Zugeklebte Wunden dann, nein nicht in der Nervenheilanstalt, man, in einer genauso weißen Klinik, wie die in deiner Stadt, mit geilen Bildern an der Wand.
Schatz, es hört sich nur in deinen Ohren so schlimm an.
Ich brauch’ da noch ne Assonanz, und das klingt eigentlich zu arrogant, bei mir hängt an jedem Text ein Zweifel mit dran; was muss ich tun, damit ich mal was aufschreibe, das man einfach so stehen lassen kann?
Ich verspreche dir, vor dem nächsten Mal ist der Füllfederhalter gespannt, Stimmung entspannt, lässig wandert er von Hand zu Hand, bei diesem Beat denke ich an Deborah (ja, Casper hat dich schon als Metonymie benutzt) zurück und setze dahinter zur Abwechslung einen Punkt.


Maxi

Montagabend

Wenn ich dich morgen seh, geht’s mir dann noch gut? Oder funktioniere ich nur, weil ich mir einbilde ich muss das tun, weil ich so auch keine Ruhe bewahren kann. Schatz, das ergibt alles keinen Sinn, und ich weiß, dass ich nicht „Schatz“ sagen darf, aber was bist du denn dann? Für mich? Die Zeilen passen so noch nicht.
Das ist lieb von dir, dass du so viele Vorschläge bringst, aber in diesem Zustand fühlt es sich so an, als ob nichts hilft, obwohl die verschluckten, nicht vorhandenen Tränen im Mund brennen. Kennst du das Gefühl, wenn sich die Gedanken und der Verstand trennen? Du müsstest das doch auch kennen. Ich will dich bei deinem Namen nennen, aber ich will ihn nicht sagen. Weil du mittlerweile mein Liebling bist. Ja, das bist du, weil ich nicht ohne dich kann.
Weißt du, daran erkennt man schon wieder meine gebrochene Seele, die sich nicht trennen will. Weil sie niemals satt ist. Und weil sie immer die Nähe auffrisst. Und dann zwei Menschen ineinander sitzen, verkettet und ineinander verhangen. Da kann man dann nicht mehr anfangen.
Weißt du, manchmal denke ich, ich verschwende dich. Deine Schönheit und deine Jugend, weil irgendwie fühlt sich mein Körper so unkaputtbar jung aber mein Kopf so alt an. Als ob die Gedanken schon mal da waren. Und von großen Philosophen gedacht wurden. Im Grunde geht es doch um Sehnsucht? Oder ist das wieder Todesfurcht?


Maxi

Der Grund dieser kleinen Depression ist vielleicht lediglich Resignation. (Sie schreibt immerzu Revolution und findet sich wieder in Verzweiflung.)

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Versteck ich mich hinter Metaphern? Wie viele Staffeln hat eigentlich recovery? Bin ich da zu weit gegangen? Welcher war noch gleich der schönste Klang?

Erst der Anfang –
Vielleicht war die Lösung da, weil ich gewartet hab und sie mir jetzt wieder in die Augen schauen kann, aber ich weiß noch nicht mal, wie sehr ich das mag, weil mir mein Name aus ihrem Mund Angst macht. Weil mich genau das schon mal kaputt gemacht hat. Und sich ein großer Gedanke Platz schafft.
Frau A. habe ich das nicht geschrieben, wieso eigentlich? Ich lache so oft in letzter Zeit, weine so wenig und denke so dünn, da gibt’s noch nicht mal Worte für, ich frag mich wie lange so was anhält. Ob die Routine die Liebe irgendwann frisst. Und wie man sich da verdammt nochmal zusammen nimmt. Oder ob man dann irgendwann vor Fröhlichkeit stirbt. Fragt sich sonst niemand, wie lang man hier noch existiert bis alles zerbricht, oder wär’s besser wenn man alles riskiert und sich Hals über Kopf in’s Leben verliebt, ohne Angst davor was zu verlier’n?
(Ob ich Angst hab?)

Dann das Ende –
Und wenn ich dann wieder von der Wand falle, zerschellt mein Lachen, ich will dann immer meine Sachen packen oder meine Hand attackieren, alles stehen und liegen lassen. Ihn verlassen.
Weil ich krank bin und du alles für mich bist, will ich, dass ich auch alles für dich bin. Sorry, verlier’ mich schon wieder in Verzweiflung, das geht aber schnell wieder rum, lass mir noch eine Sekunde …
Sobald ich diesen Satz auf dem Papier lese, möcht’ ich ihn wegradieren, mich vor ihm demaskieren und diese Traurigkeit in meinem Gesicht verlieren. Und dann gibt’s wieder Geschrei und Wörter, die man eigentlich gar nicht meint. Und ich fühl mich wie im Hamsterrad, wenn er mir wieder sagt, dass alles eine gute Seite hat, dass ich auch was gut kann und dass ich mich nicht mehr verstecken darf. Ja, dann eben nicht.
Morgen ermöglichen die Wolken ne andere Sicht.
(Ob ich Angst hab??)

Und dann Übermorgen –
Die Wörter sind für dich nicht gut genug. honey.
Ist es heute besser geworden, wegen seinen kleinen Sorgen und dem wechselnden Wetter im Norden? Das hatten wir schon so oft, aber ich muss dich nochmal fragen … manchmal fällt es mir so schwer „Entschuldigung“ zu sagen und mich als Menschen zu ertragen. Aber an manchen Tagen kann man da gar nichts machen.
Das Ding mit dem besser werden ist nicht nur das ständige Verlernen, Beschwerden und nie aufgefangen werden. Es ist das tägliche Bewältigen, Überwältigt sein, Verzeihen, nicht beleidigt und ja nicht verzweifelt sein! Das Nicht-Stehen-bleiben und Weinen, das Bleiben wollen und dann doch Gehen. Hinterbleiben.
(Natürlich hab ich Angst.)


Maxi

Wenn meine schwitzenden Hände wieder Abdrücke auf dem Boden hinterlassen werd’ ich mich jetzt nur für einen kurzen Moment hassen.

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Der Schweiß tropft von meinen Achseln und von meinem Arsch während du mich kurz anschaust. Ich frage mich, ob du es siehst. Du hast was gesagt und ein bisschen gelächelt. Hast dich an die Wand gelehnt, in diesen schönen hohen Schuhen und dem weißen Kleid. Da hab ich mich gefragt, wo deine Schwärze bleibt, (hey) ich hab schon immer drauf gewartet, dass du sie zeigst (hast du es jemals mit mir ernst gemeint?), aber du hast dich schon wieder verkleidet. Jetzt fühl ich mich noch kleiner. Aber in der knappen Hose auch irgendwie heißer.
Dein Kopf hat sich gedreht und er stand dann vor dir. Seine Haare fast länger als deine. Das kleine Lächeln galt ihm. Aber es wirkt schon wieder gespielt, irgendwie. Für mich fühlt sich das immer noch wie weinen an und danach weiß ich: ich habe wieder zu stark geliebt. Mit mir hast du so schön Jenga gespielt.
Hat sie es gesehen, wie ich mich kleide? Hat sie gehört, wie ich mich gebe? Kann man gar nicht hören, wie ich hier lebe?
Einmal bin ich in der Früh aufgewacht und habe nicht an dich gedacht. Was hab ich da gemacht, immer noch der gleiche Ort, gleiche Zeit, ich habe dich gehasst. Aber (hey) nur bis es das nächste Mal kracht. Ich hab es das erste Mal wegen ihr gemacht! Gibt’s da nicht eigentlich dann den Moment, wo man sich zusammenrafft und einfach anruft? Oder schreibt oder kreischt oder schweigt? Trotzdem, ich hätte es ihr doch niemals gezeigt. Hätte ihr niemals gesagt, dass der Text über sie war. Ich hab sie mittlerweile hundertmal gesehen – in der Nacht. Hab ihr ein Gedicht geschrieben, ich glaub, ich hab sie mir lediglich erdacht, sie zu einem Gedanken gemacht.
Vielleicht ist sie dafür zu hetero. Aber das hab ich natürlich so nicht gemeint. Ich schreib nur auf mei’m Blog so’n Scheiß.
Wenn ich den Song noch einmal höre, kann ich mich davon nicht mehr lösen, weil ich hier alleine bin und dich darin sehen kann. Hab ich mich da verliebt, obwohl’s schon längst vorbei ist? Meine Gedanken sind ein Missverständnis.
Wenn ich mich verkrieche, bleibt nur die Frage, ob ich noch existiere. Kenn’ das nur zu gut. Erst die Trauer dann die Wut. Früher folgte nur Blut. Wo war er, als ich ihm sagen wollte, dass ich mich heute nicht geschnitten habe, obwohl ich alleine war? Auf dem Bayerischen Elitegymnasium zieht man ein Kleid zum Abiball an. Jetzt hab ich endlich mich, worauf ich stolz sein kann.


Maxi

Sie wollte darüber nicht schreiben.

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„Bleib wo du bist. Ich komme.“ sagte er und sie schluchzte ein letztes Mal. Unter dem dunkelblauen Regen und roten Backen hat sie den Halt verloren und ihre Hände nicht mehr gefunden. Und, scheiße, ihr Handy ist verschwunden. Das Rad verbogen, der Lenker abgebrochen.
Es wird immer kälter, sie immer härter. Zurück in’s Alaska. So weit runter.


Halt mich fester,
mach mich stärker,
bitte mach mich besser.
Geh mit mir unter,
drück mich.
Schmerzhaft
Lass es dann fallen.


Sie hat nur tschüss gesagt und sie hat ihn nicht geküsst. Wieso immer alles verwischt, wenn es sie trifft? Weil sie es schreiben muss. Wo ist mein Stift? Doch grad wenn sie versucht, es aufzukehren, verweht der ganze Mist.
Und sie mag’s gern leise, ist fast heiser, von so viel Schreien; in ihrem Alaska schneit’s so laut, dann hat sie ihm nicht mal hinterhergeschaut.
„Ich komme sofort. Es ist alles ok. Ich bin nur froh dich zu haben.“
Sie weiß nicht mal selbst, was sie braucht; vielleicht wenn sie ne Kippe raucht? Sie will sich nicht mit ihm streiten. Und sie will darüber nicht mehr schreiben.
Da sind schon so viele Texte, Tagebucheinträge, da sind schon so viele Zeilen. Gedanken sind wie Wolken. Sie ziehen vorbei. Aber manche bleiben.

Halt mich jetzt fester,
bitte mach mich stärker.
Das schlimmste ist nämlich: mit dir wird es nicht besser.
Es wird nur erträglicher.


Maxi

Der Unterschied zwischen gestern und heute ist dass ich weine.

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Sie denkt:
Immer wenn du mich so ansiehst, falle ich. Viel zu tief in’s All der Wasserblasen, da kann ich nicht atmen, suche verzweifelt nach deinen Armen, deinem Namen, aber ich spür doch deine Hände auf meinen Narben, kann sie nur sehen, nicht fühlen. Fühlst du dich nicht manchmal überführt?
Ich bilde mir immer ein, ich könnte sehen, wenn er den Stich im Herz spürt. Aber eigentlich ist da nur dieser eine Strich. Unter uns. Das hat jetzt zu hart geklungen, ich war noch nie gut darin, weiß nicht, wie man Liebe macht ohne dass der Schädel brummt. Frag mich, wann er die nächste …. Und welche Melodie er dann summt. Jedes Mal wenn er das tat, konnte ich nicht anders als zuzuhören. Oh Gott, du bist so schön. Hast nie verstanden, wie ich dazu kam, mich von ihm loszulösen, dabei hab ich es so oft aufgeschrieben, mir meine Hände aufgerieben. Ich hab so oft versucht, dich webzuschieben. Wenn du mich geliebt hast. Das hab ich doch früher schon mal gedacht…

Sie dachte:
Er kann sich zwar langsam in mich rein schieben, aber ich weiß es: er kann sowas wie mich nicht lieben. Vielleicht so ähnlich wie sie; aber niemals wie in Sex and the City, dafür wär er viel zu lieb. Wieso schreibt er mir dann noch, ich bestehe nur aus einem schwarzen Loch und das hab ich jetzt schon zwei Mal gesagt, warte mal, es klingelt an der Tür… Wenn ich ihn sehe, zittern mir die Knie, ich hatte so was noch nie, bis jetzt liebte ich doch nur sie; sie, sie … sie hab ich niemals gekriegt, sie hat mich bekriegt, Gott, da hab ich mich verliebt. Wie man sich richtig verliert, wenn man ständig die Luft anhält – Druckausgleich. Sieht man das noch?
Ihre Gedanken sind so tief, das nächste Mal geht’s bestimmt schief, warum ich das nicht über mich selbst schrieb… Mir glaubt er es nie, vielleicht wenn ich dann knie, oder liege, frag mich, wann ich die Kontrolle verliere, ob ich sie in alten Kisten wieder finde, wenn ich zwischen Bettdecke und Laken verschwinde; ich sage es noch mal, ich glaube er hört nicht genau genug hin. Wenn er so nah vor mir steht, kann ich die Umrisse nicht mehr erkenn’. In solchen Augen kann man sich nur verrenn’, ich glaub, Menschen wie er geben erst auf, wenn alles brennt.

Maxi