Ich sitze und schreibe;
Wir kommen und wir bleiben;
Und wir werden kreisen. Werden kreisen. Immer kreisen.

Wenn wir einmal groß sind, wenn wir älter werden, wenn wir vorhaben zu sterben;
Wenn wir da stehen, mitten im Leben.
Sag mir, sind wir dann wie jetzt? Oder werden wir im Leben sitzen, erschöpft und gehetzt?
Werden wir uns noch frei fühlen, oder dafür in alten Kisten wühlen?
Werden wir noch von Herzen lachen können, und küssen, wie beim ersten Mal?
Oder werden wir beide eingerostet sein und alten Zeiten nachwein‘?
Werden wir das Wort „Liebe“ immer noch mit uns selbst definieren können, wenn Nachrichtentöne ertönen; Wird ein schüchternes „ich-liebe-dich“ immer noch von einem geflüsterten „ich-dich-auch“ gefolgt werden? Wird es noch tausende erste Male der Dinge im Leben geben?
Liebling, wenn wir dann groß sind, können wir dann noch so einmalig lieben? Oder sind von Familien, Hintergründen von Taten und Pros und Kontras getrieben?
Wenn wir einmal endlich so sind, wie wir jetzt gerne wären, heißt das, wir konnten alle Dinge klären?
Werden wir immer noch ein Patent auf die Veränderung erheben, wird es nicht mehr den Anfang vom Ende geben?
Sind wir dann noch süchtig nacheinander, die Droge voneinander?
Werden wir noch versuchen an Mitternacht den Sinn des Lebens zu erkenn‘, dabei seh’n wie die Lichter der Stadt brenn‘? Wie sie ausgehen und wir uns ansehen, aus Versehen.
Sag mir, werden wir statt in schicken Restaurants, auf Bettdecken aus Pizzakartons essen? Werden wir auch noch diese Nacht vergessen?
Werden Gefühle immer noch wie Seifenblasen fliegen, schön und zerbrechlich, doch schwer zu kriegen?
Wird das Erklären einfacher als das Sein? Hinter Trug und Schein.

Immer kreisen.

Wenn ich daran denke, dass wir groß werden, Liebling, erwachsen und reif, habe ich Angst, die Realität sei trist und steif.
Habe so große Angst, uns letztendlich zu verlieren, weil wir es sind, die’s nicht kapieren.
Dass wir zu glücklich werden um zu sehen, ohne die Herzen förmlich zu stehlen.
Ich frage mich, welche Wege werden wir gehen, und werden wir den richtigen übersehen?
Lass uns den Ernst des Lebens vergessen, um noch einmal so zu da zu stehen.
Lass uns noch einmal das Risiko eingehen, und dem Tod ins Auge sehen.
Wird es nicht immer darum gehen?

Ich habe keine Angst, nur um dich und mich; kein Rest, nichts fest, nur gemeinsam für immer einsam.
Sag, wie steht es um unsere Halbwertszeit, haben wir noch genug Zeit?
Dass die richtigen Planeten sich umeinander drehen, an den richtigen Umlaufbahnen bleiben, immer kreisen.

Ich sitze und schreibe;
Wir kommen und wir bleiben;
Und wir werden kreisen. Werden kreisen. Immer kreisen.

Maxi

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