1 – The A Team
Weißt du noch, damals, als ich im Auto saß. Dicht neben dir, gefühlsmäßig so dicht es geht, war dir noch nie näher gekommen, noch nicht angekommen, obwohl so oft angefleht.
Bei dir wurde ich nie ganz angenommen, ich war nur die Eine, die Kleine, eigentlich gar Keine.
Streckte meine Arme aus und spürte den gefährlichen Wind zwischen den Fingern, die kostbare Zeit verstreicht, du entgleitest mir.
Du weißt dies nicht, doch ich erinnere mich jetzt.
Ich saß da, wie dieses kleine traurige Mädchen, und ich hörte dieses Lied. Schloss die Augen und spürte die Melodie auf meinen Lippen.
Für diesen einen Moment war ich so dankbar, für die Liebe, die ich einmal erlangte.
Ein einziges Mal und die Tränen stiegen mir in die Augen,
„bin ich der glücklichste Mensch der Welt?“, mit gereinigten Augen und reinem Herz.
Doch da stiegst du auf die Bremse, meine Eingeweide trieb es nach vorn, dieses Gefühl im Bauch.
„Er hasst mich.“
Drei Worte, dieses Mal kein Geständnis, mein Verständnis. Ich stieg aus. Nachdem du mich drei Mal angefahren und liegen gelassen, rausgeschmissen und hinterhergerissen, aufgeschürft und niemals überprüft, meine Arme, meine Beine, mein scheiß Geweine, ich weiß.
Weil ich so dicht neben dir saß und keine Antwort mehr kam, keine Berührung, keine Regung, keine Rührung, stieg ich aus und ließ dich weiterfahren, wo bist du hingegangen?
Bist du im Nirvana angelangt? Nach dem Auto-gegen-Baum-gerammt?
Sag es mir, verdammt.
Ich seh‘ dich nicht mehr, doch ich muss dich finden, ansonsten kann ich hier nichts überwinden, sagt man so…
Ich stieg aus, fing an mich zu hassen. Drei Worte, mein Geständnis. Und dieses Lied.
It’s too cold outside, for angels to fly. For angels to fly.

2 – Herz über Kopf
Und heute, sitze ich wieder in einem Auto, zwar in einem fremden, doch mit vertrautem Gefühl.
Mensch an meiner Seite, sitze auf dem Beifahrersitz und strecke die Arme aus, der Wind zwischen meinen Fingern, muss das schöne Zuhause verlassen.
Ich kann von dem Gefühl nicht lassen, ich muss ihn loslassen, verdammt, „ich pack’s nicht.“
Mit heißer Stirn an kaltem Fenster gelehnt, versuche ich verzweifelt festzuhalten, wonach ich mich gesehnt. Seit so langer Zeit, hat sich dieses Gefühl wieder gezeigt. Und es bleibt.
Denke, ich halte wieder jemanden fest, um mich nicht zu verlieren. Verwirrtes, sogenanntes, Bauchgefühl.
Doch, was ich fühl‘, ist ein zufriedener Magen, eine Kraft in der Brust, eine lockere Schulter, wer ist da Schuld dran?
Mit Blick nach draußen und Herz nach außen und Hand nach rechts, im Nichts, stelle ich verwundert fest.
„Ich bin es.“
Wieder hört das kleine traurige Mädchen ein Lied, im Auto in’s vermeintliche Nirvana, mit Noten und Worten auf der Zunge und kleiner Träne im Gesicht.
Sie erinnert sich an das Früher und an die Kämpfe und Krämpfe in ihrem Herz.
Doch es pumpt weiter, sie geht weiter, einen Schritt nach oben, ein letzter Griff. Und dieses Gefühl im Bauch.
Von dieser neuen Erfahrung kehre ich zurück, mache einen Schritt, aus dem Auto, einen Schritt auf dich zu, auch wenn es für mich ein Umweg ist.
Und auf diesem Schritt, lernte ich, mich zu lieben. Das waren auch drei Worte, ein Verständnis und mir selbst eingestanden.
Und immer wenn es Zeit wird zu geh’n, verpass ich den Moment und bleibe steh’n, das Herz sagt bleib! Der Kopf schreit geh! Herz über Kopf.

Maxi

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