Zwei Seelen, ein Streit. Zwei Münder, ein Schrei.
Sorry, dass ich mich wieder im Lebens-Lexikon vergreif‘, dass ich mich auf aktuelle Gefühle versteif‘, durch dir fremde Galaxien streif‘, ich weiß.
Nein, ich muss meine früheren Blitze revidieren, altes Muster neu sortieren, alten Anstrich überlackieren, pass auf:

1- The final Episode
Als ich dich sehe, fällt in mir eine so alte, steife, steinerne Mauer.
Du bist dasselbe geblieben, nur neu erschienen, ich werde die Sicht verschieben.
Und gleichzeitig ziehe ich heimlich stattdessen einen gebrechlichen Zaun, nur falls ich noch eine eigene Grenze brauch‘!
Deinen Blick kann ich nicht deuten, soll er sich freuen?
Ich komm mir wieder vor wie die Verbrecherin, muss den Blickkontakt mit dir brechen.
Automatisch kriech‘ ich in mein Schneckenhaus zurück, zieh den Kopf ein, doch streck‘ mein Herz weit raus. Es fühlt sich an wie russisches Roulette, eins, zwei, Knall, ein weiterer Tod im Depressions-Haus.
Der Raum, in dem wir jetzt sind, ist so unerträglich voll, trotz weniger Möbel; die zwei Meter zwischen uns so große Distanz, doch nur ein kleiner Tisch dazwischen.
Eine Aufforderung multipliziert mit tausend Ängsten gleich trock’ne, kurze Worte, so laut wie das Ticken der Uhr, der Abstand zwischen den Worten gleich kurz, ups …
Und die Antwort von dem Land auf der and’ren Seite des Tisches fällt genauso aus. An der Stelle für die Moderation einen Applaus (…) – Und mit weit’ren Sätzen finden wir unsere Differenz wieder, Dreiecks-Defizit von mir, ein „ist doch alles ok“ von dir. Verfangen wir uns wieder darin?
Können nichts anderes kenn‘, doch werden das Alte trotzdem verbrenn‘.
Bevorzugen das, als leise zu verglimmen; unser Feuer erlischt noch nicht.
Gegen Ende haben wir einen Trampelpfad gefunden, vielleicht geh ich ein bisschen mehr durch’s Dickicht und du nicht, doch für uns riskier ich’s und vor meinem inneren lyrischen Auge spring ich auf und schrei dir in’s Gesicht: „Verdammt, ich hab‘ dich die ganze Zeit vermisst!“

2- Let’s change channel
Mein Sein hat sich um 360° gedreht, freu‘ mich nun, wenn ich nach Hause geh‘, mein zweites Leben wird nun gelebt.
Nachdem ich jetzt weiß, wie es ist leise zu sterben, kann ich doch wieder leben, loslegen!
Denn der Sinn ist doch noch immer der selbe und der geht so:
Nach dem langen, schwarzen Tief kommt jetzt das kunter(grau)bunte Hoch; nur kurze Pause, denn ich kann noch, hab‘ genug Luft.
Mein sonnig-bedeckter, lebhafter, türkis-gelber Alltag springt von Tag zu Tag mit literarischer Unterstützung, krieg das nur so hin. Ich glaub, bin an dem Punkt, wo ich meine Bestimmung find‘ und nehm‘ es endlich als diese hin.
Danke täglich mir selbst, dass ich aufstehen kann und erlebe dann immer wieder auf’s Neue wie Leben sein kann. Oh Gott, fühlt sich so gut an.
Nicht nur ein verzweifeltes Ein- und Ausatmen, sondern ein Luftanhalten vor Staunen im Angesicht dieser Schönheiten.
Seifenblasen schweben an meinem Fenster vorbei und in Regenbogenfarben steht davor geschrieben:
Oh, Leben, ich habe dich vermisst. Sieh zu, dass du mich niemals vergisst!

Maxi

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