1 – Krieg
Unsere Flucht damals war in’s Miteinander, meine Lösung war das Füreinander.
Im Dunkelgrauen herrscht nicht das Nichts, da gibt es noch Dich. Die Leblosigkeit beherbergt nicht nur den Tod allein, die Hölle brennt nicht mehr, du weißt? Da ist immer noch ein „für immer“, da ist immer noch ein „gemeinsam“, meist mit einem Gewinner. Komme zurück aus meinem Krieg, dem brennenden Gefängnis und komme an in Trümmern. Die meisten geflüchtet, zu ihrem Recht, weil verstoßen und verwundet, nun verschwunden – wurde doch immer schlimmer. Hab systematisch alles um mich herum abgetötet, ein Wunder, dass ich selbst noch leb‘, nun über den Dingen schweb‘! Kann man sagen, dass das Freundschaft war, wenn ich euch ständig getreten hab? Angefleht dann „geh nicht, ich hasse dich, verlass mich nicht.“ Dann waren wir immer füreinander da, und ganz weit weg, ich war noch nie näher dran. Ganz entspannt, im Flüsterton Gespräche über den Tod, in die Falle gelotst. Mit toten Dichtern und schwarzen Buchstaben fühle ich mich wohl. Es tut mir leid, dass ich lieber allein zuhause alleine bleib‘ und um die Zeit mit dir streit‘!
„Lass mich nicht hier, oh bitte, bleib bei mir!“

2- Gebiet
Die Zeit verstreicht und du kommst doch nicht runter, von außen gehst du nie unter, kein Wunder.
Hat mein ehrliches Lügen euch verschreckt? Mein Albtraumland blieb unentdeckt, darin fast verreckt. Fühlt ihr euch vor den Kopf gestoßen mit der bitt’ren Wahrheit, der bloßen? Und hat es euch nun die Sprache verschlagen, wollt ihr mich wirklich verklagen, ohne es mir in’s Gesicht zu sagen und mich nach meinem Standpunkt zu fragen? Warum fällt es euch nun so schwer, mich zu sehen, hab ich etwas übersehen, muss ich mit dieser Schuld jetzt gehen? Verdammt, muss ich bereuen? Und vielmehr: wirst du dich dann freuen? Warum geht man, wenn es am Schönsten ist, wenn man danach der ist, der die Scheiße dann frisst?! Wenn man wiederkommt, dann alles verlassen und zerbombt. Und ja, zum Teil genieß‘ ich die Einsamkeit, vollkommene Freiheit und endlich Gleichheit.
Auch nächstens die schmerzende Wärme der Finalgon-Verbände, diese Haut, mit Verlaub, wieder ohne Brände, meine Wende. Doch verlassene Einsamkeit macht da den Unterschied, wenn niemand das „wahre Ich“ sieht…
Ich will nicht die sein, die alleine kommt, alleine geht und so verdammt alleine stirbt, ohne dass ein Einziger eine Träne vergießt! Denn der Tod war nicht unsere einzige Flucht, früher haben wir noch einander gesucht, miteinander über’s Leben geflucht, alte Philosophien besucht, das war unsere eigene Sucht.

Maxi

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