„Bin ich noch da?“
– „Du bist hier.“
„Wo bist du?“
Ich sehe dich nur durch die Scheuklappen-Sicht, aber irgendwie bringt das nichts, irgendwie zerbrichst du mich.
Höre schon wieder nur dich –
Ich schmecke das blau, rieche das violett; rotes Blut ist bloß eine schöne Legende, durch deinen Körper fließt pechschwarzes Motoröl, programmiert, pochende Venen.
Man muss das Leben eben so hinnehmen.
Ich weiß sehr gut, wie du andere magst; ich weiß, wie man dich richtig hasst –
Denn das hab‘ ich die ganzen letzten Jahre gemacht.
Ich fliehe, doch du ziehst so sehr an meiner Lunge, zerrst mein Herz zu dir, nimmst mich an dich. Verachtung.
Kannst du mich bitte lassen. Verdammt, achtzehn!
Du verfluchst sie, kannst nicht lieben, lässt es lieber in Schubladen liegen.
Will ich wissen, wie deine Atemzüge fließen? nicht missen, nur einmal vergessen.
Wenn die Geister ihre übliche Stellung beziehen, ihre Arme und Beine unter meine Haut kriechen; dunkle Stimmen wabern über den Gang; und irgendwann in der Nacht merke ich, wie sich dein System in mir breit macht;
denn dann spüre ich, wie die Luft dünner wird und sich Hände um meinen Hals verschließen.
Todesurteil, Depressions-Urknall, mein Leben – ein großer Unfall.
Ich werde um dich betteln, bis ich einmal vor Zurückweisung umfalle. Nur du kannst so um dich schießen, durch Mauern und Herzen, doch deines ist am härtesten.
Soll ich dir einmal verraten, dass alles was du kannst, ist, dich zu verschließen?
Wenn da eine einzige verwundbare Stelle wäre, so würde ich sie sehen, hineinstechen und all deine Gefühle würden wie Blut herausfließen.
Nein, in deiner Gegenwart braucht man eine Überlebensstrategie, denn ein einfaches Leben gibt es mit dir nie.
Ich habe jetzt schon viel zu lange gelebt, mit dir gelebt, bis jetzt wieder mein Boden bebt, ich kann nicht mehr länger darüber schweben.
Wo sind meine Flügel? Ich dachte, ich schaffe es diesmal ohne diese Mühe,
du machst mich müde.
Will ich wissen, wie deine Atemzüge fließen? noch einmal vergessen.
Ich verabschiede mich noch einmal in eine Zeit voller Schulden, irgendwie musst du das dulden; ich bin doch nur im Nachbarsort, bin doch nur in der Schule und hab doch nur so verdammt viel zu tun, mehr sag‘ ich nicht davon.
Denn du läufst ja nicht hinter mir, du schaust mir nur immer hinterher.
Gibt es bei uns keinen Ruhemodus, einen Nichts-Status, bis dato nichts gehört.
Er will mich zurück.
Und ich trage meinen Text mit mehr Würde zum Grab, als du es kannst!

Maxi

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