Als sie sich auf den Weg zu ihm macht pocht ihr das Herz bis zum Hals.
Sie kann es kaum erwarten seinen Atem an ihrem Hals zu spüren, an ihrem Arm, auf ihrer Brust, auf ihrem Bauch… Sie wird unter ihm liegen und flüstern.
Sie werden einen Film gucken und das Ende nicht sehen.
Sie verliebt sich in ihn und könnte kein Ende ertragen. Wird er es diese Mal wagen?
Das letzte Mal hat sie ihn angeschrien. Er hat kein Wort von sich gegeben, als er geantwortet hat. Jetzt muss sie lächeln, sie kennt den Weg schon auswendig, ihre Hände kontrollieren das Lenkrad ohne sie dabei denken zu lassen.
Sie überlässt dem Motor den Weg, die Geschwindigkeit. In dem Moment, in dem sie um die Kurve biegt, rast ihr Herz mit ihm um die Wette.

Er küsst sie flüchtig auf den Mund, als er die Tür öffnet.
Schon verschwindet er in sein Zimmer. Und zieht sie mit sich.
Nimmt ihr ihre Sachen ab. Er redet zu wenig. Sie fragt sich, was er gerade denkt. Dann legt er sie auf das Bett. Er wirft die DVD ein. Nach dem Vorspann küssen sie sich.
Sie hat heute nicht gegessen. Als der Bildschirm schwarz wird schläft sie an seinem Rücken ein. Noch kann sie sein Atmen spüren.
Vielleicht küsst er sie dieses Mal wach.
Vielleicht möchte er morgen gleich aufstehen.
Vielleicht bereitet er ihr auch ein Frühstück vor, mit dem er sie dann weckt. Für ihn würde sie es essen.
Sie wacht mit einem Schauer über ihrem Rücken auf. Das Bett ist so kalt geworden.
Das Fenster steht weit offen. Er ist nicht hier. Er ist nicht hier!
Spricht er heute mit ihr? Er wünscht ihr einen guten Morgen.
Sie wünscht sich ihn.
Bald ist Weihnachten.
Es gibt Müsli mit Milch.
Sie schluckt.
Er erzählt plötzlich. Von der Sinnlosigkeit und der Hitze. Vom Feuer.
Von anderen Ländern. Von ihrer Hitze im Blut.
Sie spürt die Kälte in ihren Knochen und sie hört es knacken und knistern.
Sie hört ein Scheppern und Musik. Ein Kratzen und ein Schrei.
Ihre Gedanken. Ihre Gedanken.
Mit seinen starken Armen schippt er den Schnee auf dem Hof. Seine Mütze ist tief ins Gesicht gezogen. Sie kann nur seine dunklen Augen und seinen attraktiven Mund sehen. Sie spürt ihn. Und sie hört ihn. Genau dann, wenn man nichts hören kann.
Sie fühlt ihn. Sie liebt ihn vielleicht.
Sie schließt das Fenster und legt sich ins Bett.
Will nicht gehen. Will nicht fragen. Will nicht fahren. Will da bleiben.
Als sie den Motor unter ihr spürt, denkt sie. Sie wird wieder kommen.

Maxi

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