Schlagwörter

Herbstanfang –
Winter-Depression, pünktlich auf den Tag, das Wetter und alles wie jedes Jahr.
Will, dass es wieder so ist, wie es einmal war.

Alle reden jetzt von ihrer Jugend, Sex und erste Küsse und wie ihre Erinnerungen schwinden. Ich versuche mich in einer diesen Geschichten wieder zu finden, aber gelingt mir nicht, stattdessen denke ich an Deborah, alte Geliebte, will dich nie wieder sehen. Alles verändert sich.

Habe diese magische Zeit mit mir selbst verbracht, anstatt Vodka hatt’ ich Pillen im Glas. Zigaretten haben mich nicht interessiert, bis es plötzlich nichts anderes mehr gab. Stand im Krieg gegen mich, in Prien am Chiemsee gab es dann ein Licht. Beneide so viele, aber du bist es nicht.
Hätte mit keiner von ihnen tauschen wollen, Narben an den Armen, Augen geschwollen, wir sind uns doch alle so ähnlich, realisieren es erst am Abend, ein paar Tage zuvor fühlten wir noch gar nichts. Nächste Ebene und wieder belebt.

Wo war da eigentlich meine Pubertät? Hab sie irgendwo auf dem Weg verloren und ich sag nicht, du bist schuld. Ich fühl mich dir jetzt nur so fremd, als ob wir uns erst drei, vier Jahre kenn’. Will keine alten Geschichten von mir hören, weil ich mich an die Kindheit nicht erinnern kann, hört sich für mich wie ein Märchen an.
Wolltest du mich umarmen? Sie fragt mich ständig, was ich da hab, fühl mich wie ein Elefant im Arm-Schmuck-Laden. Ich brauch’s doch eigentlich nicht erklären, irgendwann lass ich mir das alles über-tättowieren.

Alles vergeht so schnell, in letzter Zeit, selbst die Gefühle haben in den Worten nicht mehr Platz, verschwinden viel zu schnell. Nein, eigentlich verwandeln sie sich und dann sagt diese Stimme ständig ich stünde auf der Stelle. Aber ich will doch laufen, weglaufen, protestlaufen, auf Demos rufen, in Konzerthallen steh’n, Mittelfinger zeigen und nur dein Gesicht dabei seh’n.

Schau her, ich steh nicht mehr im Stau, da ist kein Chaos, nur stop and go. Will die alten Leinen, Altlasten, Hafenmasten nur loslassen, aber wenn ich das Atmen wieder vergess’, merk ich gar nicht, dass ich noch dran festhänge, erst wenn ich mich selbst wieder bedränge. Dann denke ich, das wärst du oder er und zittere und kann das Bett nicht ertragen. Aber weil mir die Wahrheit nicht gefällt, hier ein letter to self:
Der größte Feind bin ich selbst.


Maxi

Advertisements